Tuberkulose
(Skriptum Nr. 4)

Noch im vergangenen Jahrhundert forderte die Tuberkulose in Österreich ungefähr 1,2 Mio. Todesopfer pro Jahr.

Die Tuberkulose war einst eine gefürchtete Seuche. Heute hat sie zwar ihren Schrecken weitestgehend verloren, jedoch kann sie jederzeit wieder zur Epidemie werden.

Im Mittelalter war die Tuberkulose als endemische Seuche von Cholera und Pest überschattet. Schon im frühen Mittelalter glaubten französische und später englische Könige, daß Tuberkulose durch Handauflegen heilbar sei.

In der Ausstellung sehen Sie einen Skrofulosetaler.

Die Krankheit beschäftigte weite Teile der Gesellschaft. Selbst in Theater- und Opernstücken wurde dieses Thema verarbeitet.

Ansteckung: Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit. Möglichkeiten der Ansteckung:

Lungentuberkulose

In der Ausstellung zu sehen sind: Primärkomplex der Tuberkulose, Ulcera tuberculosa laryngis, Miliartuberkulose, Kaverne mit Tuberkulose, Phthisis tuberculosis und Tuberkulose der Pleura. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zur Absiedlung der Tuberkulose in alle Organe des Körpers. So ist die Hauttuberkulose auch oft eine Sekundärtuberkulose. In der Ausstellung zu sehen sind mehrere Beispiele von Moulagen, die alle Tuberkulose der Haut zeigen.

In einem weiteren Schaukasten zu finden sind Knochentuberkulosepräparate.

Die Vorbeugung bestand vor allem in der Aufstellung von Spucknäpfen, ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Die Therapie bestand im Mittelalter vor allem durch Aderlaß, Inhalationsgeräte waren schon lange bekannt. Noch bis nach dem 2. Weltkrieg beschränkte sich die Therapie der Tuberkulose auf Kuren, Inhalationen und dem sogenannten Pneumothorax. Auch Lichttherapien mit Finsenlampen waren weit verbreitet.

Erst in der Entwicklung des Streptomycins durch Waxman 1943 kam es zum Durchbruch in der Behandlung der Tuberkulose.