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Prinzessin Rauschkind
Marek Miert, schwergewichtiger Hinterhof-Detektiv aus Harland, ist nicht gerade vom Erfolg verwöhnt. Die trostlosen Jobs, mit denen er sich über Wasser hält, sind nicht gut fürs Renommee. Den verschwundenen Liebhaber eines verzweifelten Mädchens zu suchen, gehört da schon zu den besseren Aufträgen. Doch dann stolpert Miert über eine Leiche, die dem Gesuchten zum Verwechseln ähnlich sieht, und schon sitzt der Diskont-Detektiv mit Hang zu Mozartkugeln, Mannerschnitten und tiefgründigen Rotweinen selbst in der Bredouille. Wenn es aber gilt, einem Mädchen zu helfen, dem übel mitgespielt wurde, kommt Marek Miert in Fahrt und schreckt auch vor kriminellen Mitteln nicht zurück – schon gar nicht, wenn es um den Harlander Rotlichtkaiser und seine Machenschaften geht.
Manfred Wieningers Marek-Miert-Krimis verbinden die Tradition amerikanischer Hard-Boiled- Novels mit einem kritischen Blick auf die österreichische Kleinstadt-Provinz – und einer guten Portion Ironie. Sein sympathisch-cholerischer Anti-Held glänzt auch in seinem sechsten Fall mit einer großen Klappe und zupackendem Engagement im Kampf für die Schwachen und Benachteiligten.
www.haymonverlag.at
Manfred Wieninger (Biographisches)
Kurzbio
Manfred Wieninger - geboren 1963 in St. Pölten, wo er auch lebt - ist Publizist und Autor von bislang sechs Kriminalromanen mit dem schrägen "Diskont-Detektiv" Marek Miert, der in einer fiktiven niederösterreichischen Bezirksstadt namens Harland sein Wesen und Unwesen treibt. 2008 ist mit "Die Rückseite des Mondes" auch ein Wieninger-Krimi mit dem ersten Fall des alternden Provinzkieberers Gruppeninspektor Franz Grassmann erschienen.
Wieninger über Wieninger
Meine Zangengeburt im Juli 1963 habe ich nur mit Mühe überlebt. Mit viereinhalb Kilo wurde ich in eine drückend heiße, eher unbedeutende Stadt im Osten Österreichs geboren. In der Schule war ich bis 14 ein strebsamer Musterschüler. Danach habe ich meine Zeit praktisch nur mehr mit Fußballspielen – als harter, aber unfairer Verteidiger – verbracht, die Matura in einem neusprachlichen Gymnasium ist mir irgendwie so nebenher gelungen.
Einige Zeit habe ich dann mangels besserer Ideen lustlos Medizin in Wien studiert und mich gelegentlich für Gottfried Benn gehalten. Der Ernst des Lebens verschaffte mir schließlich absolute Top-Positionen als Kaminleger, Verschubarbeiter, Reiseleiter, Lokal- und Sportjournalist usw. Mit 30 habe ich noch ein Studium der Deutschen Philologie begonnen, das ich 1998 überraschenderweise mit ausgezeichnetem Erfolg abschließen konnte.
Im Jahr darauf ist mein erster Marek-Miert-Krimi mit dem Titel „Der dreizehnte Mann” erschienen. Privat bin ich ganz schön langweilig, ziehe Gemüse und Himbeeren, hocke in meiner Bibliothek herum oder trinke Samos in einem geschmacklos dekorierten griechischen Lokal, das von Albanern geführt wird.
Meine Großmutter väterlicherseits kann heute noch überaus detailliert das Kleid beschreiben, das ihr die Mutter für den ersten Ball ihres Lebens nähte. Sie erinnert auch das Kleid der Schwester, die ebenfalls Elevin war beim Feuerwehrball im Dorf, das in den Karten als Eichberg verzeichnet ist, aber in Wirklichkeit Oaberch heißt. Der Stoff wurde für die Butter der einzigen Kuh eingetauscht. Als Erwachsene hat sich meine Großmutter Butter, die sie sich nun leisten konnte, für gewöhnlich mindestens fingerdick aufs Brot geschmiert.
In der dunklen, kalten Gegend, in der sie als eines von sieben Kindern eines Kleinhäuslers aufwuchs, war es für die Mehrheit der Bevölkerung durch Jahrhunderte nachgerade normal, aber deshalb nicht weniger drückend, dass man das Brot trocken essen, drei Jahreszeiten barfuß laufen und sich praktisch pausenlos um kostenlose Zusatzkost in Form von Beeren und Pilzen, Eicheln und Kräutern bemühen musste, wenn man nicht verhungern wollte.
Kein Wunder, dass ich Schriftsteller geworden bin.
Pressestimmen zu Manfred Wieninger
„… einer von Österreichs neuen Krimistars”
www.evolver.at
„Manfred Wieninger schreibt ohne Rücksicht auf Verluste. Das können nicht viele Krimiautoren von sich behaupten.”
Robert Brack, „taz”
„… einer der besten österreichischen Autoren des Genres.”
ORF NÖ
„Der Meister der Peripherie …”
Ingeborg Sperl, „Literatur und Kritik”
„Manfred Wieninger ist ein Krimi-Berserker, ein Chandler für unsere Zeit.”
„Märkische Allgemeine”
„Kriminalromane aus Österreich haben den etwas anderen Zungenschlag. Der Humor ist ein wenig schwärzer, die erzählte Geschichte ein wenig schräger als bei anderen deutschsprachigen Autoren. Wolf Haas ist das gewiss herausragende Beispiel, Stefan Slupetzky ein anderes, der jetzt in Stuttgart lebende Wiener Heinrich Steinfest zählt ebenso dazu. Und dann gibt es da noch den in St. Pölten wohnenden Autor Manfred Wieninger, dessen Marek-Miert-Krimis sich hinter den Genannten nicht zu verstecken brauchen.”
Volker Albers, „Hamburger Abendblatt”
„Wieninger schreibt, wie Deix zeichnet. Da hat einer, selten im Genre, eine Sprache.”
Thomas Widmer, „Die Weltwoche”
„Überhaupt: Das ist das Thema des Manfred Wieninger. Rechtsradikalismus als natürliches Volksempfinden, Durchgeknalltsein als Normalzustand, dazwischen immer wieder die armen Teufel und die höllischen, die Spieler und die Bespielten, Harland als Musterstadt, die man sich nur grau und diesig und schwefelig vorstellen mag, und das alles zieht Wieninger aus seiner gut gefüllten Wortkiste heraus, vergleicht es miteinander, reiht es aneinander, reibt es gegeneinander, schüttelt es durcheinander, bis es zum unverkennbaren Miert-Bla geworden ist, jeder Satz eine fabuliertrunkene Ernüchterung, die syntaktische Hilfslosigkeiten durchschnittlicher Kriminalliteratur auf das schönste blamiert.”
Dieter Paul Rudolph, „Watching the detectives”
„Marek Miert ist als Ich-Erzähler ein genauer und gebildeter Beobachter, der mit amüsanten Bemerkungen unterhält.”
Susanne Lehmer-Kerkloh, „Lexikon der Kriminalliteratur”
„Krimis aus Österreich haftet der Ruf an, ein wenig anders zu sein. Bei Manfred Wieninger zum Beispiel findet sich dieser typisch schwarze Humor, dieser morbide Charme und eine geballte Ladung Defätismus, eine Kombination, die mir immer wieder Spaß macht. Wieninger, studierter Germanist und Pädagoge aus St. Pölten, hat mit dem Privatdetektiv Marek Miert einen eigenwilligen Ermittler geschaffen, der das Zeug zum Kult hat.”
Stephan Bartels, „Brigitte”
„Man könnte fast sagen, Wieninger sei der Poet der Tabubereiche des Belletristischen.”
Thomas Wörtche, „wwe.kaliber38.de”
„Manfred Wieningers Krimis sind ungeheuer witzig. Er ist der Spiritus Rector des erfolglosesten, unambitioniertesten und geschäftsuntüchtigsten Detektivs der Literaturgeschichte. Falls Ihnen Marek Miert unbekannt sein sollte, können Sie sich folgende Mischung vorstellen: Kottan (aber mit Tiefgang), Alfred Komareks Weinviertler Kommissar Polt (aber ohne Lieblichkeit) und sehr viel Philip Marlowe (aber ohne hypercoolen Sarkasmus und ohne Sex). Wirklich vergleichen lässt sich Wieningers virtuos dahinperlender Sprachwitz jedoch mit nichts.”
Susanne Rössler, „morgen”
„Und ich als bekennender Marek-Miert-Fan stelle mir immer die Frage: wann werden Wieningers geniale Krimis endlich mal verfilmt?”
Doris Schleifer-Höderl, „Mostviertel-Basar”
Bibliographie Manfred Wieninger
Prinzessin Rauschkind. Ein Marek-Miert-Krimi. Innsbruck, Wien: Haymon 2010
Rostige Flügel. Ein Marek-Miert-Krimi. Zürich: Unionsverlag 2009
Die Rückseite des Mondes. Hamburg: Edition Nautilus – Verlag Lutz Schulenburg 2008
Kalte Monde. Ein Marek-Miert-Krimi. Zürich: Unionsverlag 2008
Rostige Flügel. Ein Marek-Miert-Krimi. Innsbruck, Wien: Haymon 2008
Der Engel der letzten Stunde. Zürich: Unionsverlag 2007
Kalte Monde. Ein Marek-Miert-Krimi. Innsbruck: Haymon 2006
Eleonore Lappin, Susanne Uslu-Pauer, Manfred Wieninger: Ungarisch-jüdische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in Niederösterreich 1944/45. Herausgegeben von Willibald Rosner und Reinelde Motz-Linhart. St. Pölten: Institut für Landeskunde von Niederösterreich 2006
Der Engel der letzten Stunde. Roman. Innsbruck: Haymon 2005
leichtgläubig liebende. Gedichte. Mainaschaff: edition eigensinn/Verlag Edeltraut Gallinge 2004 (gemeinsam mit Christiane M. Pabst sowie mit Illustrationen von Michael Blümel und einem Vorwort von Andreas Okopenko)
St. Pöltner Straßennamen erzählen. Lexikon. Innsbruck: lŒwenzahn/StudienVerlag 2002 (mit einem Vorwort von Hermann Scheuringer)
Der dreizehnte Mann. Roman. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuchverlag 2001
Falsches Spiel mit Marek Miert. Roman. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuchverlag 2001
Regen im Werkskanal. Gedichte. Mainaschaff: edition eigensinn/Verlag Edeltraut Gallinge 2000
Der dreizehnte Mann. Roman. Hamburg, Wien: Europa 1999
www.manfredwieninger.com
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